Feministischer Kampf ist noch nicht vorbei

Feministischer Kampf ist noch nicht vorbei

Der feministische Kampftag und der Equal Pay Day war in den vergangen Tagen. Das es beide Tage gibt, zeigt, dass noch einiges für die Gleichberechtigung der FINTQ*-Personen getan werden muss.

Worum geht’s?

Es geht nicht darum am Frauen*kampftag einer FINTQ*-Person eine Blume zu schenken, sondern um den politischen Kampf für die Gleichberechtigung und gegen das Patriarchat von cis-Männern.

Ungerechtigkeit in Zahlen

Bis gestern, den 10.03., haben Frauen statistisch gesehen für lau gearbeitet. Dieser Tag wird durch den Equal Pay Day markiert.
Aktuell verdienen Frauen im Schnitt 19 Prozent weniger als Männer, wenn nur die durchschnittlichen Bruttostundenlöhne von Männern und Frauen verglichen werden und die Ursachen für den Lohnunterschied nicht berücksichtigt werden (sog. unbereinigter Gender Pay Gap).
Werden die Ursachen herausgerechnet, dann verdienen Frauen 6 Prozent weniger als Männer (sog. bereinigter Gender Pay Gap). Zu den Ursachen zählen unter anderem die Bezahlung für gleichwertige Arbeit von Frauen und Männer und strukturell bedingte Ursachen, wie z.B. Elternzeit.
Quelle: Statistisches Bundesamt, 2020

Weniger Lohn bedeutet weniger Beiträge und damit 53% weniger Rente für Frauen (sog. Gender Pension Pay Gap).
Quelle: EPD-Journal, 2021

Für Sorgearbeit, wie Erziehung und Pflege, stecken hauptsächlich Frauen zurück, während Männer die Karriereleiter hinaufklettern. 87 Minuten pro Tag wenden Frauen mehr für unbezahlte Sorgearbeit auf als Männer.
Quelle: BMFSFJ, 2020

Was muss getan werden?

  1. Gewerkschaften und Arbeitgeber:innen sollen Tarifverträge und Vereinbarungen auf Diskriminierung überprüfen.
  2. Berufe mit hohem Frauenanteil, wie Pflege- und Erziehungsberufe, müssen finanziell und gesellschaftlich aufgewertet werden – „Nicht nur klatschen – bezahlen!
  3. Es muss bessere Maßnahmen geben für Führungspositionen in denen Frauen unterrepräsentiert sind. Die 50% Frauenquote für börsennotierten Unternehmen muss kommen. Es darf keine Männerrunden mehr geben.
  4. Um die Sicherheit bzw. das Sicherheitsgefühl für Frauen* zu erhöhen muss es mehr Polizei nachts vor Ort geben. Der öffentliche Raum gehört allen.
  5. Der §219a muss abgeschafft werden. Bei ungewollter Schwangerschaft brauchen Frauen schnelle und gute Informationen – Recht auf Selbstbestimmung.
  6. Der deutsche Bundestag soll alle Bürger:innen repräsentieren, dafür müssen auch alle im Bundestag vertreten sein. Deshalb muss ein Paritätsgesetz unter Abwägung zwischen dem Gleichberechtigungsgebots (Art. 3 II S. 1 GG) und der Parteienfreiheit (Art. 21 I GG) wie auch den Wahlrechtsgrundsätzen (Art. 38 I GG) kommen. In Thüringen und Brandenburg ist es gescheitert, aber durch mehr Flexibilität kann es möglich sein.
  7. Die Zahl der Plätze in Frauenhäusern noch die Hilfs- und Beratungsangebote sind ausreichend. Eine sichere Finanzierung von Frauenhäusern muss kommen.
  8. Frauen* hinterherpfeifen und übergriffige, sexuell aufgeladene Kommentare von Männern gegenüber Frauen* (sog. Catcalling) sind sexuelle Belästigungen und keine Komplimente – ein Verbot muss kommen.

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner